Logo Hannoversche Ärzte-Verlags-Union
Berliner Allee 20
30175 Hannover
dating sites that are free to join
nä 08/2017
aktualisiert am: 15.08.2017

 

  Fortbildung

best indian online chatting site Der Fötus rückt in den Fokus

„Rund um die Geburt“ – Tagung des Zentrums für Gesundheitsethik zum perinatalen Kindeswohl am 15. und 16. Juni 2017 in Hannover


 


Die gemeinsam vom Zentrum für Gesundheitsethik (ZfG) und der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) ausgerichtete Tagung wurde am 15. Juni von ZfG-Direktorin Dr. Andrea Dörries und ÄKN-Vorstandsmitglied Dr. Gisbert Voigt eröffnet. Sie rückten das Spannungsfeld zwischen moralischen, rechtlichen und ethischen Fragen der medizinischen Praxis rund um die Geburt in den Mittelpunkt, denn die Abwägung zwischen Kindeswohl und Kindeswille würde zeigen, dass häufig Ansprüche, Forderungen und Praxis divergieren.

Dieses interdisziplinäre Spannungsfeld wurde in der zweitägigen Veranstaltung abgebildet und rege diskutiert. Der erste Tag startete mit dem sehr anschaulichen Vortrag von Dr. Katarina Weilert, wissenschaftliche Referentin in der Forschungsstätte der evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg, die die Rechtsstellung des ungeborenen Kindes gegenüber dem Kind nach der Geburt erläuterte. Die entscheidende Frage - ob das Ungeborene mit den gleichen Grundrechten geschützt ist wie das Kind nach der Geburt - müsse laut Grundgesetz mit "Nein" beantwortet werden, so Weilert. Es gebe jedoch historische Belege für den Lebensschutz des Ungeborenen und seiner Mutter, auf den man sich in der Regel berufe. Dass jedoch alleine die Notwendigkeit einer Entscheidung für oder gegen eine pränataldiagnostische Untersuchung bereits eine immense psychische Belastung der werdenden Eltern darstellen kann, darauf machte Dr. Christiane Fröhlich aufmerksam. Die Leitende Oberärztin der Geburtshilfe im Zentrum für Pränataldiagnostik im Mathias-Spital in Rheine berichtete, dass sie Paaren in Rheine deshalb schon in dieser Phase eine psychosoziale Betreuung anbieten. Diese sei auch nach einem Fetozid (der Tötung des Kindes im Mutterleib) unbedingt erforderlich.

Der Neonatologe Dr. Georg Rellensmann, Oberarzt der Klinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin der Universität Münster, erklärte, dass nach seinen Erkenntnissen auch die Schmerzempfindlichkeit des Ungeborenen eine Rolle für die Entscheidung der Eltern spielt. Er habe die Erfahrung gemacht, dass für eine gute Basis der Entscheidungsfindung vor allem die Vorgehensweise der Beratung der Eltern entscheidend ist. Wichtig sei, so Professorin Dr. Claudia Wiesemann vom Institut für Ethik und Geschichte in der Medizin der UMG, das "Prinzip der Nichteinmischung" zu beachten. Den Betroffenen müsse der Freiraum für eine vernünftige Entscheidung eingeräumt werden und Ärzte hätten die Wahlfreiheit ihrer Patienten zu respektieren, verdeutlichte Wiesemann.

Zum Abschluss des Tages warf Professor Dr. Thomas Kohl vom Deutschen Zentrum für Fetalchirurgie und minimal-invasive Therapie der Universität Gießen und Marburg noch einen Blick in die Zukunft: Mit Filmbeiträgen von Operationen an Feten stellte er die heutigen Möglichkeiten der invasiven Therapie vor und konnte zeigen, dass beispielsweise eine Spina bifida ("offener Rücken") intrauterin operativ geschlossen werden könne und die Kinder danach eine gute überlebenschance hätten. Momentan würden Kinder mit dieser Fehlbildung noch zu 80 bis 90 Prozent abgetrieben.

Auch der zweite Tag der ZfG-Veranstaltung zum perinatalen Kindeswohl bot hochkarätige Vorträge aus allen Bereichen rund um die Geburt. Die Referenten und Referentinnen beleuchteten detailliert sowohl entwicklungspsychologische als auch juristische und ethische Aspekte der Perinatalphase. In einer abschließenden Diskussionsrunde kamen Vertreter perinataler Kooperationsmodelle zu Wort.

über die entwicklungspsychologische Erforschung des Mutter-Kind-Verhältnisses seit Ende der 1960er Jahre berichtete Professorin Dr. Hellgard Rauh, ehemalige Leiterin der Entwicklungspsychologie der Universität Potsdam. Das Neugeborene habe anfangs noch als "unbekanntes Wesen" gegolten. Inzwischen werde es als autonome Person gesehen, das vielfältige Reaktionen auf soziale und andere Reize zeige. Es könnten vorgeburtliche und neonatale Risiken ausgemacht werden, die sich auf die Entwicklung des Kindes auswirken. So hätten etwa psychische Belastungen während der Schwangerschaft negative Auswirkungen auf die Stressverarbeitung des Säuglings. "Das kann aber durch feinfühliges Verhalten nach der Geburt wieder ausgeglichen werden", sagte Rauh.

Dauerhafte nachgeburtliche Belastungen, beispielsweise durch chronische Depressionen der Mutter, könnten aber zu einer irreversiblen Fehlentwicklung des Kindes führen. Neuere Forschungen hätten ergeben, dass es genetische Varianten der Empfänglichkeit für elterliches Verhalten gibt, berichtete Rauh. Die Psychologieprofessorin wandte sich entschieden gegen gezielte "vorgeburtliche Förderungsprogramme": "Ich warne davor, Kinder schon pränatal zu traktieren."

über rechtsethisch schwierige Fälle einer Gefährdung des prä-, peri- und postnatalen Kindeswohls machte sich Referentin Professorin Dr. Friederike Wapler Gedanken. "Stehen die Rechte der Eltern oder die Rechte des Kindes im Vordergrund?" skizzierte die Juristin von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz die zentrale Frage. Das Wohl des Ungeborenen verlange zwar den Schutz seiner Würde, seiner körperlichen Unversehrtheit und seiner Gesundheit. Aber über die Umstände der Schwangerschaft und Geburt entscheide grundsätzlich die Schwangere beziehungsweise die Gebärende.

Juristisch diffizil werde es, wenn die Schwangere durch ihre Lebensumstände, etwa durch Suchtverhalten, das Ungeborene gefährde. Hier von behördlicher Seite einzugreifen, setze ein Einverständnis der Betroffenen voraus. "Die Rechte des ungeborenen Kindes kann man nur zusammen mit der Mutter schützen", betonte Wapler. Vor der Geburt seien keine Zwangsmaßnahmen gegen Mütter möglich - auch nicht im Fall von sogenannten Drogenbabys. Nur die Mutter könne behandelt werden, wenn sie das denn wolle. Der Fötus sei rechtlich gesehen kein Patient.

"Die Geburt als Zäsur verliert in der Medizin zunehmend an Bedeutung", setzte die nachfolgende Referentin, Privatdozentin Dr. Dagmar Schmitz, bei der ZfG-Tagung einen Kontrapunkt. Heutzutage werde der Fetus vom ersten Ultraschall an als Individuum gesehen, sagte die Medizinethik-Dozentin von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RTWH) Aachen. Nach einer Pilotstudie der RTWH betrachteten viele Ärzte den Fetus sogar als Patienten - das sei kein gutes Konzept: "Sie interagieren mit der Schwangeren." Auch die Ausrichtung des ärztlichen Handelns auf das Patientenwohl stoße bei der Pränataldiagnostik an Grenzen. Es sei zweifelhaft, ob die Diagnostik dem fetalen Wohl diene, da es um das Fortführen der Schwangerschaft gehe. "Es liegt ein falscher Fokus auf dem Wohl des ungeborenen anstatt auf den Rechten des zukünftigen Kindes", erklärte Schmitz. Die Rechte des zukünftigen Kindes könnten klarer gegen die der Schwangeren abgegrenzt werden. "Ich bin jedoch nicht der Meinung, dass bei einem Feten in gleicher Weise von einem ,Recht auf eine offene Zukunft´ gesprochen werden kann, wie wir es bei geborenen Kindern tun", unterstrich die Medizinethikerin.

Von der Theorie zur Praxis: Diesen Bogen schlugen anschließend Vertreter von Perinatalzentren. "Die Geburtsgrenze verschiebt sich, geburtshilfliche und neonatologische Betreuung müssen Hand-in-Hand gehen", sagte Dr. André Kidzun vom Zentrum für Kinder-und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mainz. Der Neonatologe plädierte entschieden dafür, größere Perinatalzentren durch Zusammenlegungen kleinerer Kliniken zu schaffen. Damit würden größere Expertise und geringere Kosten erzielt werden.

Aus dem Publikum wandte sich eine Hebamme gegen dieses Konzept: "Wenn ich eine gesunde Schwangerschaft habe, brauche ich nur eine liebevolle, persönliche Betreuung." Dafür sollte eine Schwangere nicht 100 Kilometer fahren müssen. Dr. Holger Stiller, Vorstand und Direktor des Florence-Nightingale-Krankenhauses in Düsseldorf, äußerte für diese Sichtweise Verständnis und schlug vor, Perinatalzentren gefährdeten Fällen vorzubehalten: "Für eine normale Geburt reichen Geburtskliniken aus."

how to remove a friend from facebook chat sidebar Verfasser/in:
best dating site for 20s and 30s Dipl.-Dok. Silvia Berlage
Zentrum für Qualität und Management im Gesundheitswesen, Einrichtung der Ärztekammer Niedersachsen
Berliner Alle 20, 30175 Hannover
[email protected]
top dating sites for 20's Christine Koch





best indian stranger chatting site free gay dating site toronto
best dating websites melbourne
best casual dating sites melbourne
chat room for single mothers
partnersuche in der schweiz kostenlos chip
best free dating app to get laid
 

Alle Inhalte © Hannoversche Ärzte-Verlags-Union 1998-2017. Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: best dating site japan 15.08.2017.
Design by webmaster[at]haeverlag[punkt]de, how to remove someone from favorites on facebook chat ipad. | how to remove someone from fb chat favorites