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nä 08/2017
aktualisiert am: 15.08.2017

 

  Fortbildung

partnersuche mecklenburg vorpommern kostenlos youtube Ärzte zwischen E-Health und Emotionen

Ist digitale Vernetzung eine Antwort auf den Mangel an Ärzten? Das Ärzteforum Leinetal diskutiert über Modernisierung der Versorgung – probt aber auch mit einer Kommunikationstrainerin das klassische Patientengespräch


 


Mit einer überaus lebhaften Debatte begann das Ärzteforum Leinetal in Einbeck. Der Eröffnungsvortrag "E-Health-Lösungen - eine Chance für die Gesundheitsversorgung" wurde engagiert diskutiert und viele Ärzte hielten mit ihrer kritischen Meinung nicht hinterm Berg. Das überspannende Motto des zum zweiten Mal stattfindenden Fortbildungsangebots der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) war "Medizin zwischen Anspruch und Wirklichkeit". Der Veranstaltungstag bot bei der Themenauswahl ein vielfältiges Programm: Nach dem Einstieg mit dem Thema Digitalität in der Versorgung zeigten verschiedene Foren und ein interaktives Doppelseminar zum Miteinander von Arzt und Patient emotional geprägte Lösungen für den Praxisalltag auf.

"Wir haben immer weniger medizinischen Nachwuchs auf dem Lande - wie gehen wir also künftig mit der ländlichen Versorgung um?" fragte Dr. Stephan Bartels, Vorsitzender der ÄKN-Bezirksstelle Göttingen, im Hotel Freigeist zum Auftakt in die Runde. Mitveranstalter des auch diesmal wieder schnell ausgebuchten Fortbildungsangebots waren die ÄKN-Bezirksstellen Hildesheim und Braunschweig. Eröffnungsredner Professor Dr. Otto Rienhoff von der Universität Göttingen wusste die Antwort: "Es wird in der Medizin völlig neue Entwicklungen geben, die neue Versorgungsangebote ermöglichen. Dies mag zu Effizienzsteigerungen führen wie in anderen Bereichen, etwa bei der Digitalisierung der Landwirtschaft."

Rienhoff prognostizierte, dass E-Health-Lösungen in Zukunft in alle Bereiche der gesundheitlichen Versorgung einziehen würden: "Das wird ein sehr weit gehender Transformationsprozess. E-Health-Lösungen sind eine große Chance für die Gesundheitsversorgung." Schon jetzt nutzten Ärzte und Krankenhäuser in wachsendem Umfang digitale Verfahren - allerdings wenig standardisiert und ohne einheitliche Nomenklaturen - für eine problemorientierte Dokumentation.

Die lebensbegleitende Patientenakte werde kommen, sagte der Leiter des Instituts für medizinische Informatik. Die Ausbildung des Ärztenachwuchses und der anderen Gesundheitsberufe, das Qualitätsmanagement und das Abrechnungssystem müssten den Neuentwicklungen angepasst werden. Und letztlich auch das Rollenverständnis der Ärzte im Hinblick auf eine stärkere partizipative Rolle der Patienten. In Zukunft seien zwei Berufsbilder denkbar: Ein patientenorientierter, "sprechender" Arzt und ein wissenschaftlich orientierter Arzttyp, der spezialisiert ist auf die Auswertung komplexer Datenverläufe bei den Patienten.

Dieser Linie mochten nicht alle im Saal folgen. "Die Patienten wollen uns Ärzte nicht als Techniker", protestierte ein Teilnehmer. "Ich lasse mir keine Angst machen." Auch andere Teilnehmer waren dieser Ansicht und empörten sich über die digitalen Zukunftsvisionen. Einige Zuhörer äußerten sich differenzierter zu dem Thema. Ein "High-Tech-Curriculum" an den Unikliniken sei eine Fehlentwicklung in der Ausbildung, meinte ein Mediziner. Vielmehr müsse im Kontext des Umbruchs eine verbesserte Kommunikationsfähigkeit vermittelt werden. Technisches Know-how reiche als Kernwissen und solle über Auskunftssysteme und Berater in die Praxis kommen. "Der Arzt als Mensch ist gefragt, der den Patienten angesichts neuer medizinischer Informationen an die Hand nimmt", erklärte ein Teilnehmer sein Rollenverständnis als Arzt.

Auch Ärztekammerpräsidentin Dr. Martina Wenker plädierte dafür, die Einheit des Arztberufs beizubehalten. "Wir müssen aber kleine Schritte in die richtige Richtung gehen und uns mit der neuen Entwicklung auseinandersetzen." Sie habe jedoch Verständnis für ältere Berufskollegen, die diese Entwicklung nicht mehr mitmachen wollen, fügte Wenker hinzu.

War das Motto "Anspruch und Wirklichkeit" schon in der Diskussion deutlich geworden, arbeiteten es die Referenten in den folgenden 25 Seminaren in Einbeck weiter heraus. So konnte etwa ein Seminar besucht werden, das sich mit den Problemen auseinandersetzte, die sich bei der ärztlichen Leichenschau und dem Ausstellen des Totenscheines ergeben. Referent Dr. Alfred Flaccus (Helios Klinikum Hildesheim) erläuterte, wie schwierig es sei, Formalien auf der Basis ärztlichen Wissens wirklich korrekt zu erfüllen - und gab Tipps, wie dies trotzdem gelingen könne.

Im Seminar Gerontogynäkologie beleuchtete Referent Dr. Wolfgang Kauffels, (Helios Albert-Schweitzer-Klinik Northeim) den tatsächlichen Nutzen von Vorsorgeangeboten sowie von Krebstherapien im Alter. "Therapieentscheidend ist, wie mögliche Nebenwirkungen die individuelle weitere Lebenserwartung beeinträchtigen", sagte der Chefarzt der Frauenklinik.

Auf emotionale, nicht zu unterschätzende Aspekte des Praxisalltags kamen ebenfalls Referenten zu sprechen: auf das ärztliche "Bauchgefühl" als wichtiger Entscheidungsinstanz (Allgemeinmediziner Dr. Johannes Hauswald, Braunschweig) und auf die nonverbale Kommunikation. In dem konzeptionell ungewöhnlich aufgebauten Seminar ließen sich die Teilnehmer von Kommunikationstrainerin Dorothee Zapke (Hannover) zu Atem-, Stimm- und Präsenzübungen animieren.

"Die Stimme und Körpersprache des Arztes beeinflussen maßgeblich, wie ein Patient eine Diagnose aufnimmt", betonte die Referentin und erläuterte, dass eine behutsame Wortwahl allein nicht ausreiche. Wenn die überflüssige Luft durch (falsche) Hoch-Atmung nach der Aussage hörbar ausströme, entstehe eine "Seufzeraussprache". Beschwichtigende Worte glaube dann kein Patient. Von dem üblichen Rat, in Stress-Situationen erst einmal durchzuatmen, halte sie nichts. Das führe ebenso in die Hochatmung und mache zuerst den Arzt und dann, durch Rückkopplung, auch den Patienten nur nervöser. Zapke empfahl situationsangepasst zu atmen und die Stimmhöhe durch das öffnen des Gaumensegels unten zu halten. "Sie können das wie Schauspieler lernen, Sie haben auch ein Publikum", sagte sie den Seminarteilnehmern, die eifrig Bauchatmung und Gaumenspannung übten.

Wie ein Arzt-Patienten-Gespräch verlaufe, hänge nicht zuletzt auch von der eigenen Präsenz ab: ob zurückhaltend oder offensiv. Hier stimme die Eigen- nicht unbedingt mit der Fremdwahrnehmung überein, erklärte Zapke. Die Präsenztrainerin ließ die Teilnehmer typische Situationen aus deren Praxis nachspielen, um problematische Kommunikationsmuster zu bearbeiten. Der Aha-Effekt blieb nicht aus. Dem Resümee am Seminarende konnten alle zustimmen. "Expertentum alleine reicht nicht. Jetzt kommen noch die kommunikativen Gewürze", spornte Trainerin Zapke ihre Zuhörer zum Abschied an.

free chatroom.com Verfasser/in:
free chat rooms with voice Christine Koch





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